Die Geschichte meines Jakobsweges

2008 Camino Frances, Pamplona -Santiago de Compostela, 2010 Via de la Plata, Sevilla - Salamanca, 2011 Via de la Plata, Salamanca - Santiago + Camino Finisterre, 20212 Camino del Norte, Hondarribia - Gurriezo, 2014 Camino Primitivo, Oviedo - Santiago, 2017 Camino Ingles, Ferrol - Santiago, 2022 Camino Portugues, Porto - Santiago, 2024 vier Caminos ein Weg, Via Tolosana - Camino Piamonte, Camino Frances, Camino Baztan entgegen der Richtung: im Zickzack durch das Baskenland: Artigelouve - Oloron Saint Marie, Saint Jean Pied de Port - Trinidad del Arre - Bayonne, 2025 Camino Lebaniego/Vadiniense: von Santander über San Vincente de la Barquera nach Leon

Ein neues Jahr, ein neuer Plan - 2026 Camino Aragones

Herzlich Willkommen im Jahr 2026

Planen kann man viel, aber was endgültig daraus wird vermag ich momentan nicht zu sagen.
Ich wage meinen 3. Versuch es auf den Camino Aragones zu schaffen.
Seit 2023 besteht der Plan und meinen ersten Start für Juni 2024 musste ich wegen eines unkomplizierten, aber vorhandenen, Fußbruches stornieren. 
Gestartet bin ich dann im September 2024 und nach meiner ersten Etappe war Schluss. Nicht Schluss mit meiner Wanderung, aber mit dem Plan Aragones. In Etsaut war es aufgrund von Überschwemmungen im Dorf zum Abrutsch der Straße gekommen. 
Schon ab Sarrance gab es kein Durchkommen mehr. 
In der Herberge von Oloron Saint Marie plante ich meinen Weg neu und lief im Zickzack nach Bayonne. 
Ein wunderschöner Weg, vielleicht auch, weil ich überhaupt nicht wusste was mich landschaftlich und kulturell erwartete.
Fasziniert durch die Berge entschied ich mich 2025 für den Lebaniego/Vadiniense.
Und nun habe ich die Flüge für 2026 gebucht. Am 14.5. 2026 geht es über Paris nach Pau und von dort nach Lacommande, am nächsten Tag starte ich dann wieder so wie 2024. Da ich 2024 die erste Etappe fast komplett falsch gelaufen bin und es aufgrund von der Schönheit der Natur und der Faszination unterwegs zu sein, einem falschen Schild gefolgt bin (Schild für ein am nächsten Tag startendes Radrennen, lief auf den ersten Kilometern parallel zum Camino und daher zwei verschiedene rot-weiße Zeichen) wird der Weg mich sehr schnell wieder in das Unbekannte nach Oloron-Saint Marie führen und dieses Mal werde ich auf die richtigen Zeichen achten. Dann geht es hinauf zum Somport und weiter Richtung Obanos und eine Etappe entgegen der Richtung nach Pamplona.
Ob das alles klappt? Einerseits mache ich mir Gedanken über meine Schmerzsymptomatik mit Überlastungsschmerzen aufgrund meiner Gangstörung und meine allergrößte Sorge ist meine Mutter. 
Ich mache mir Sorgen um ihre Depressionen, die sie nicht wahrhaben möchte, ihre Ängste, Unsicherheiten, Minderwertigkeitskomplexe, ihre suizidalen Gedanken, die sie bei mir nicht ausspricht und generell nicht wahrhaben möchte. Sie lehnt jegliche Hilfe ab, schimpft über alles und dabei wollen alle nur ihr Bestes.
Die familiäre Situation belastet mich, macht mich krank.
Der Lebaniego/Vadiniense war so schön, aber mit der Ankunft daheim war meine Entspannung und Erholung hinüber. 
Aber Pläne braucht man, irgendwie geht es immer weiter...


16. Januar 2026
Ich bin noch gar nicht unterwegs und mir gehen Gedanken durch den Kopf, was ich zur Einleitung in mein Tagebuch oder als Eintrag in Lacommande und Oloron Saint Marie in´s Pilgerbuch der Herbergen einschreiben könnte. 
Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, auch der Gedanke:
Warum wieder und wieder pilgern??? 
Mich fesselt das Unterwegs sein. Obwohl ich in der Fremde bin fühle ich mich unterwegs so heimisch, angekommen, frei und bei mir - lebendig.
Ich bin einfach ich. Nirgends muss ich mich rechtfertigen, nirgends erklären, nichts abarbeiten und funktionieren. Es bedarf keine Planungen, keine wirklichen Ziele: nur ein Fuß vor den anderen setzen. 
Der geringe Besitz dessen was man dabei hat, das Zufriedensein mit dem was man zu essen bekommt - und sei es nur das trockene Stück Brot von vorgestern aus dem Rucksack. Das Akzeptieren aller Situationen in die man kommt, seien es die Zusatzkilometer bei verlaufen, Hinnehmen der Wetterverhältnisse, der Unterkünfte.
Das Erfreuen an der Natur, der Begegnungen - und seine sie noch so kurz, die Freude am Tagesende angekommen zu sein, Schmetterlinge, Vögel, Blumen und eine Kuh am Wegesrand. 
Die Flüge sind gebucht, bleibt nur noch die Frage, wie gehe ich mit den Tagen "zuviel" um. Laufe ich den Frances noch ein Stück weiter, lasse ich mir einen Pausentag... ? Es wird sich, wie alles, ergeben.
Es bedarf so wenig zum Glücklichsein.