Die Geschichte meines Jakobsweges

2008 Camino Frances, Pamplona -Santiago de Compostela, 2010 Via de la Plata, Sevilla - Salamanca, 2011 Via de la Plata, Salamanca - Santiago + Camino Finisterre, 20212 Camino del Norte, Hondarribia - Gurriezo, 2014 Camino Primitivo, Oviedo - Santiago, 2017 Camino Ingles, Ferrol - Santiago, 2022 Camino Portugues, Porto - Santiago, 2024 vier Caminos ein Weg, Via Tolosana - Camino Piamonte, Camino Frances, Camino Baztan entgegen der Richtung: im Zickzack durch das Baskenland: Artigelouve - Oloron Saint Marie, Saint Jean Pied de Port - Trinidad del Arre - Bayonne, 2025 Camino Lebaniego/Vadiniense: von Santander über San Vincente de la Barquera nach Leon

Mai 2013

Mai 2013

Heute war ein sehr schöner Tag. Nicht ich bin gepilgert, aber ich bin bei einer ausgiebigen Fahrradtour entlang des Dortmund-Ems-Kanals 5 Pilgern begegnet die auf dem Weg von Ladbergen nach Münster waren. Zwei Gruppen mit jeweils 2 Pilgern und eine alleine wandernde Pilgerin mit der ich mich angeregt übe das Pilgern in Deutschland unterhalten habe.
Ich habe mich sehr über diese unerwartete Begegnung gefreut. Auch wenn ich hier in Münster-Sudmühle fast direkt neben dem ausgeschilderten Jakobsweg wohne (auch meine vorherige Wohnung lag fast direkt zum Jakobsweg) trifft man doch sehr selten auf Pilger. Es sind nur wenige unterwegs und dann muss man das Glück haben auf diese zu treffen.


Die alleine wandernde Pilgerin aus Flensburg hatte keine Jakobsmuschel dabei, und ich habe einen Moment gezaudert sie anzusprechen, aber an ihrem dicken, hölzernen Wanderstab war sie eindeutig zu erkennen. Sie erzählte, dass es schwer sei auf dem Weg an eine Muschel zu kommen und das hat mich auf die Idee gebracht, einige meiner Jakobsmuscheln an einen etwas einsamer gelegenen Wegweiser zu hängen. Ich habe sie vorhin angebohrt und mit Bindfaden versehen und mal sehen, wie lange sie an der von mir vorhergesehen Stelle hängen bleiben. Laut Aussage der Pilgerin wurden gestern in Ladbergen 23 Pilgerausweise abgestempelt. Ich kann es mir kaum vorstellen, denn die Pilgerin berichtete sie haben von Flensburg bis Osnabrück keinen einzigen Pilger getroffen und nun gleich so viele?! Der Gedanke daran, dass das Pilgerwesen hier aktiver wird erfreut mich sehr, vorstellen kann ich es mir nicht wirklich, aber sicherlich hat auch das Himmelfahrtswochenende mit dem Brückentag am Freitag viele dazu bewegt, das lange freie Wochenende zu nutzen.


Bei mir ist es nun endgültig so, dass es diesen Sommer nichts mit einer Pilgerreise nach Spanien wird. Meine Reha ist genehmigt und so geht es in Kürze Richtung Süden in der Hoffnung, dass mich das Ganze vorwärts bringt und ich dort meinen Weg Richtung bessere Gesundheit einschlagen kann.
Aber gerade das Wissen, dass es dieses Jahr nichts mit einer Pilgerreise wird lässt den Gedanken mich hier mal ein Wochenende auf den Weg zu machen noch reizvoller erscheinen.
Irgendwie, irgendwo und irgendwann werde ich wieder unterwegs sein und sei es nur auf dem Weg vor der heimatlichen Haustür.